Eigentlich und zunächst ist Photographie nur ein technisches Verfahren, um mit Hilfe von Licht aus einem realen Motiv ein zweidimensionales Abbild zu schaffen. Wenn das gewählte photographische Verfahren, etwa die Lochkamera-, Schwarzweiß- oder Infrarottechnik, Möglichkeiten zur Interpretation, zur Verfremdung, zur Gestaltung und zur Sichtbarmachung des Unsichtbaren eröffnen, wird Photographie zu einem kreativen Vorgang und damit zu einer beständigen Herausforderung für den Photographen.
Was meine Herangehensweise betrifft, so bestehen bereits vor der Aufnahme Vorstellungen, Ideen und Visionen von Stimmungen, Lichtspielen und Orten.
Photographie bedeutet daher für mich die Suche nach Bildern, die sich in meinem Kopf und in meiner Vorstellungswelt festgesetzt haben.
Wenn das einmal Gesehene bei mir die sprichwörtliche 'Saite zum Klingen' gebracht hat, ergibt sich wie von selbst eine Annäherung. Dann muß ich zum Photoapparat greifen.
Wenn man so will: eine Art Déjà-vu-Erlebnis.
Das Bildergebnis wird dann nicht nur zum bloßen Abbild der Wirklichkeit, sondern zu etwas, in dem das vom inneren Auge Gesehene mit Subjektivem zur Deckung gebracht wird.
Anders gesagt: Für mich entsteht ein Bild erst im Kopf, um dann mit einem geeigneten photographischen Verfahren gestaltet zu werden. Dabei geht um das Festhalten und Darstellen von Lichtstimmungen, Zeit, Stofflichkeiten und Strukturen. Bekanntes soll im Rückgriff auf Erlebtes, auf Erinnerungen neu gesehen werden, sozusagen ein "Schon-Gesehen-Erlebnis".
"Wir alle haben wohl schon das Gefühl kennengelernt, das uns gelegentlich überkommt, als wäre etwas schon lange, lange vorher gesagt und getan worden, als hätten wir in
altersgrauer Zeit dieselben Gesichter,
Gegenstände und Verhältnisse erlebt und wüßten genau, was im nächsten Augenblick geschehen wird, - ebenfalls aus alter Erinnerung her."
Diesen Satz läßt Charles Dickens David Copperfield im gleichnamigen Roman von 1850 sagen und umschreibt die wesentlichen Komponenten eines 'solchen Erlebnisses'.
Zu ergänzen sei, mit unseren photographischen Mitteln können wir das heutzutage dem Betrachter als optisches Fundstück vorlegen.
In den hier vorgestellten Galerien können Sie sich ein Bild von dem machen, was ich meine.
Beispiel Venedig, die Stadt im Wasser, die Stadt im Licht. Venedig ist mit Aufkommen der Salzproduktion und des Zwischenhandels reich geworden. Es konnte
aufgrund des gewonnenen Reichtums repräsentieren und ist seit rund tausend Jahren ein Touristenmagnet. Maler haben die Lagunenstadt auf Leinwand gebannt, Heerscharen
von Literaten - unter ihnen Dickens - erfuhren hier ungeahnte Inspirationen, und Photographen haben Venedig in allen Facetten und Verwinkelungen millionenfach erfaßt.
Man kennt alle Gassen und Winkel, hat sie unzählige Male durchlaufen, und dennoch gibt es immer etwas Neues. Stimmungen ändern sich, weil Lichtsituationen
wechseln. Bauwerke offenbaren vorhandene Strukturen in neuer Sicht, und bekannte Orte erhalten ein ganz anderes Antlitz als sie es vielleicht eine Stunde zuvor hatten.
Um das auf Photopapier zu bannen, habe ich verschiedene photographische Verfahren eingesetzt. Es half, den 'Lichten' auf die Spur zu kommen.
Gleiches läßt sich auch vom Reiz der in meinen anderen Bildgalerien gezeigten Motive sagen. Doch sehen Sie selbst...
Sollte Ihnen das eine oder andere Bild gefallen, sprechen Sie mich an.
Unter 'statements' finden Sie einige Aufsätze, die sich mit der auf diesen Seiten präsentierten Art der
Photographie auseinandersetzen. Und unter 'Just & friends' sind Bilder einiger Photographen ausgestellt, deren Arbeit mir
sehr zusagt.
Ihnen danke ich, dem site-Besucher sei auch hier empfohlen: Sehen Sie selbst...
